Eines haben das aktuelle Album und die Band Biografie von TAKE SHIT gemeinsam. Sie ähneln einer aufregenden Achterbahnfahrt. Doch zunächst erst einmal zur Band. TAKE SHIT ist aus einem Studioprojekt heraus im Jahre 1996 entstanden.

Seit dem gibt es unzählige wechselnde bzw. hinzukommende Bandmitglieder. Was für die Entwicklung nicht verkehrt sein muss, man kennt ja die einzelnen Gründe nicht. Die zurzeit aktuelle Besetzung, letzte Aktualisierung im Jahr 2008, hat das neue Album „Was is'n nu mit Revolution?" zustande gebracht.

Das Album versetzt den Hörer in eine fast schon vergessene Zeit - die 80er Jahre. Einfache Texte mit Aussage, ein schnörkelloser, aber zum Teil auch melodischer Sound, zum Teil ernste und aktuelle Themen, aber auch mal Unsinniges.

Ein auf und ab, das Spaß macht. Passend dazu die Textpassage: „Punkrock heizt dir kräftig ein, Punkrock fährt dir ins Gebein".            Ein Album zum Abschalten, zu dem man sich auch das Feierabendbier ruhig gönnen darf.

Wer auf den in den 80ern und Anfang der 90er fabrizierten Deutschpunk-Sound steht, kann hier bedenkenlos zugreifen. Aber auch anderen kann man raten: TAKE SHIT!


Sven Grumbach

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #82 (Februar/März 2009)



Da die schwäbischen Ossis eine der Hausbands des süddeutschen Labels sind, erscheint trotz angeblichen Veröffentlichungsstopps ihre neue Platte. Musikalisch verortet ist die Band ganz klar im Deutschpunk der 80er Jahre. An dieser Zeit orientiert man sich auch, was die Texte betrifft. Sprich Bullen und Staat bekommen öfter mal in einfachster Weise ihr Fett weg. Inhaltlich ansprechender finde ich die Titel, die persönlicher sind und sich um zwischenmenschliche Belange kümmern. Da geht's dann halt mal gegen Schwachmaten, die gerne mit jedermann einen trinken gehen. Oder um jene Leute, die mit ihrem Halbwissen Gerüchte verbreiten und nur für Ärger sorgen. Ein feines und grundsolides Deutschpunk-Album von alternden Herren, die noch richtig Saft haben und kein bisschen leise sind. Bocky


PUNKROCK! Fanzine



TAKE SHIT

"Was is'n nu mit Revolution?" CD

Brot und Spiele bezeichnen den Ausdruck Versuche einer Regierung oder anderer administrativer Strukturen, das Volk oder Teile des Volkes von Problemen (z. B. Rezessionen, innenpolitischen Problemen usw.) abzulenken, indem mensch mit Steuersenkungen, Wahlgeschenken oder eindrucksvoll inszenierten Großereignissen die allgemeine Stimmung zu heben versucht. TAKE SHIT haben darauf keinen Bock und entlarven die Deutschen als treu und doof, durchschauen, dass Geld die Welt regiert, im Grund also alles Scheiße ist. Außer Punkrock natürlich, das ist der Sound für die kommende Revolution, selbst wenn es sich dabei um die Forderung nach Thüringer Rostbratwurst mit Bautzener Senf (mittelscharf) handelt. "Sag mir wo du stehst und welchen Weg du gehst". TAKE SHIT bringen den Feind nach vorn und lassen Hoffnung zurück. Astreiner Zeckenpunk mit ironischen L.m.a.A.-Inhalten, die explodieren wie der Böller im Wackelpudding . Tu, was du willst, nicht, was du musst,  pass auf dich auf, Punkrock ist für alle da. Die Lebensformel der Take Shit'ler ist einfach und klar strukturiert. Da bleibt kein Platz für Experimente, die Schuldgefühle auslösen könnten. TAKE SHIT bleiben bei den Leisten wie die Schuster und reimen sich um Kopf und Kragen, als säße ihnen der Staatsanwalt im Nacken. Vielleicht ist es aber auch nur der Imbissangestellte, der die Punkrockbande ins alte Fritierfett legen will, weil die Rostbratwurst nicht bezahlt wurde. Ja Mundraub ist ein schweres Verbrechen. Auch Klauen gehört bei TAKE SHIT zum Handwerk. Ob Tirolerhut, Ata, Fit, Spee, die DEUTSCHEN KINDER frohlocken mit Liedern für die Vernunft und sind dabei ganz ungeduldig, was die Revolution angeht. Ich sag immer, die Vorfreude ist die schönste Freude: TAKE SHIT!


UNDERDOG Fanzine



Take Shit, eine Band aus dem Stuttgarter Raum, aber mit ostdeutschen Wurzeln (kommt manchmal bei Gesang noch durch),  bietet auf der neuen CD Was is'n nu mit Revolution? typisch deutschen Punkrock, der an Bands wie Normahl erinnert. 1996 als Studioprojekt gegründet, wurde nach und nach eine richtige Band aus Take Shit und seit 2007 gibt es auch einen richtigen Drummer. Das tut dem Sound und dem Druck der Musik spürbar gut.


Dass hier keine Anfänger am Werke sind (z.T. reichen die musikalischen Erfahrungen bis in die 70-ger Jahre zurück), merkt man der Musik an. Das ist alles gut, druckvoll und tight zusammen gespielt. Musikalisch erfindet man das Rad natürlich nicht neu - eben typischer Punkrock. Und genau das bekommt man dann auch geboten. Mit der Zeit vielleicht ein wenig zu eintönig, andererseits aber auch wieder so gut gespielt, dass die Platte richtig Spaß macht.

Textlich bewegt man sich im deutlich linken Umfeld und nimmt gegen Rechts kein Blatt vor den Mund. Gut, dass es das so immer noch gibt! Als Bonus gibt es am Ende des letzten Songs nochmals "Treu und Doof" als Acoustic Version, der richtig Laune macht. Einfach mal antesten!

http://www.musikansich.de/review.php?id=6304



Wenn ich das richtig gelesen habe, besteht die Band aus fünf Exil - Geranern (also Leute aus Gera, die aber nicht da wohnen) die nun alle im Stuttgarter Raum leben und musizieren. Bekloppte Welt! Noch bekloppter ist das die Ostzonendeutschpunk machen. Gerade läuft hier "Ata Fit Spee" (SCHLEIM KEIM) durch, gefolgt von einer Hommage an Lebensmittel aus der ehemaligen SBZ. Ostalgie pur! Vorgetragen im schönsten Dialekt. Wie gesagt, bekloppte Welt! Ansonsten machen die Exil - Geraner einen guten Deutschpunkjob. Erinnern mich teilw. an ihre schwäbischen Kollegen WÄRTERS SCHLECHTE. Geht so in die 80er Jahre. Grundsolide ohne großen Ausrutscher. Über manche Texte den D-Punk Kapellen so verzapfen kann ich mich manchmal nur wundern, aber das gehört dazu. 13 +1 Songs gibt´s fürs Geld. Und für den Superreim "Punkrock - Singt vom Alkohol, Punkrock - ist kein Blumenkohl" gibt es 1000 Bonuspunkte, dafür das es endlich mal jemand geschafft hat das rockmäßig unterschätzte Gemüse "Blumenkohl" in einem Rocksong unterzubringen. Respekt! Geiles Cover im übrigen.

(cafe huesch)   SCUMFUCK



Tja, der lethargisch wirkende ältere Herr auf dem Frontcover sieht nicht unbedingt aus, als ob er innerhalb der nächsten Minuten Steine werfend die große Weltrevolution anzettelt… Die fünf Jungs von Take Shit wären mit ihrem - hin und wieder an den Sound der 80er Jahre erinnernden - Deutschpunk für diesen Auftrag jedenfalls eher prädestiniert! Insgesamt wurden 14 Songs - darunter einige Hidden-Tracks sowie eine recht originelle Version des Schleim Keim-Klassikers „Ata, Fit, Spee" - auf deren zweites Album gebannt, die inhaltlich eine ausgewogene Mischung aus politisch-ernsthaften wie auch belustigend-heiteren Themenbereichen auftischen - textlich zumeist recht einfach strukturiert. Da ich mich jedoch noch nie richtig mit pseudo-lustigem Fun-Punk-Geleier anfreunden konnte, betätige ich bei Titeln wie „Tirolerhut" oder „Delikat-Essen" lieber ganz schnell den Next-Knopf meiner Stereoanlage, bevor mir grüner Schaum aus den Ohren läuft. Demgegenüber besitzen Stücke wie „Tolerant und dumm" bzw. „Überwachung" musikalisch wie auch textlich wirklich Potential und dürfen meinem CD-Player gern des Öfteren einen kleinen Besuch abstatten. Eine für meinen Geschmack durchwachsene Scheibe, die jedoch gerade unter den jüngeren Semestern sicher zu punkten weiß.

PROUD TO BE PUNK FANZINE

REVIEWS zum neuen Album. „WAS IS'N NU MIT REVOLUTION"